Wohnen: Ein teurer Spaß

15. März 2026

Nebenan sind gerade Besichtigungen, Leute schauen sich eine Wohnung an: Erstbezug nach Sanierung, 4 Zimmer, 115 Quadratmeter für 1900 Euro (kalt). Viele junge Paare tauchen auf, einige sehen wohlhabend aus. Ordentlich. Adrett. Wie CDU-Leute, die bei der Jungen Union ihre politische Karriere begonnen haben. Die Tillmann heißen, also die Herren; die Frauen heißen Theresa. Und sie lachen unangenehm aufgesetzt. Sie schauen sich also die Wohnung an und irgendwer von diesen Leuten wird da einziehen. Um eine Küche müssen sie sich immerhin nicht kümmern, die ist in der Miete enthalten, die steht bereits in der Wohnung.

Spaßeshalber mal im Internet schauen, was eine Eigentumswohnung im Kiez kostet: 700.000 Euro für 115 Quadratmeter. Ich öffne mein Portemonnaie und finde eine Million, zahle bar, bin Wohnungsbesitzer – ist doch ein Schnäppchen! Früher haben Wohnungen dieser Größe irgendwas um Hundert Mark gekostet und man bekam als Dank noch einen Opel Kapitän dazu. Heute liegen wir ratlos auf dem Sofa und fragen uns, wer das ohne Erbe bezahlen soll. Mag sein, dass es Leute gibt, die das können; es muss solche Leute geben, die aus besserem Hause stammen, die ihre Eltern stets siezen. Die ihre Kindheit in Stadtvillen verlebt haben, im Westflügel. Ich steige dann immer in eine Rakete, fliege weit raus in den Weltraum und betrachte unseren blöden Planeten. Dann fällt mir wieder ein, dass ohnehin alles egal ist, denn die Sonne wird uns, wenn sie ein wütender roter Riese ist, brutal verschlingen.

Räudiger Raschplatz

22. Februar 2026

Der Raschplatz in Hannover war teuer. Damals, als sie ihn umgebaut haben. Inzwischen ist der Platz ein trostloser Ort, an dem sich seltsame Menschen versammeln, um zu saufen, Drogen zu konsumieren, sich anzuschreien. Manchmal kämpfen sie. Manche liegen nur herum, manche sind friedlich, manche nicht. Der Platz ist grau, und wenn es auch der Himmel ist und leichter Regen fällt, dann wirkt dieser Platz wie der traurigste Ort in Hannover.

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