Mittwoch

21. April 2026

Sie sehen: einen blauen Himmel. Es ziehen ein paar Wolken vorbei, die sind harmlos und tragen keinen Regen in sich. Ungefährlich. Friedlich. Sie bilden Formen und fordern zum Rorschachtest heraus. Sie sehen: Fledermäuse, eine Axt, verwesende Kälber. Ich befinde mich auf dem Balkon, der stets die Hitze speichert, sodass hier immer Sommer herrscht; selbst im Winter. Die Sonne bringt Wärme, und der Balkon sammelt sie fleißig ein und hält sie fest. Das hier ist die «Wetterseite». Wenn es mal regnet, dann wird alles richtig nass, auch die Sitzpolster, die immer draußen liegen. Ein kleiner Fleck ist zu inspizieren, es wird sich um Vogelkot handeln. Musik ertönt, Vol. 1 von dieser gehypten Band: Angine irgendwas. Auf dem Nebenbalkon befindet sich die Nachbarin, die gut zu hören ist, die nie leise spricht, das gar nicht kann. In der Ferne ertönen die Automobile, die Kraftfahrzeuge, da ist auch immer ein Rascheln der Bäume zu hören; ein leichter Wind geht. Eine Bohrmaschine bohrt. Der Krach der Stadt. Lärm der Stadt. Die Kokofonie, die Laubbläser, die Autos, die Motorräder. Alles jault und brummt. Die Nachbarin ist so laut, dass ich ungern hier sitze, wenn sie auf dem Balkon verweilt und redet. Immerhin raucht derzeit niemand. Das wäre doch noch schlimmer: der Gestank des Lasters. Und alle machen mit. Die Bohrmaschine bohrt und der Bass ertönt. Die Blätter des Ahorns zittern. Eine Biene fliegt herum. Die Wolken ziehen nur langsam vorbei, ganz langsam, heute haben sie es nicht eilig. Ende der Übertragung.